Die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurobiologische Störung, die durch anhaltende Muster von Unaufmerksamkeit, Impulsivität und/oder Hyperaktivität gekennzeichnet ist.
ADHS beginnt meist im Kindesalter, kann jedoch bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Bei Erwachsenen zeigt sich die Symptomatik häufig subtiler – etwa in Form von innerer Unruhe, Desorganisation oder Konzentrationsschwierigkeiten.
Unbehandelt kann ADHS zu beruflichen, schulischen und sozialen Beeinträchtigungen führen, gleichzeitig verfügen viele Betroffene über besondere Stärken wie Kreativität, Spontaneität und hohe Energie.
Symptome
Die Symptomatik wird in drei Kernbereiche unterteilt:
Unaufmerksamkeit:
Konzentrationsschwierigkeiten
Leichte Ablenkbarkeit
Vergesslichkeit im Alltag
Organisationsprobleme
Schwierigkeiten, Aufgaben zu Ende zu führen
Hyperaktivität:
Innere oder äußere Unruhe
Starkes Bewegungsbedürfnis
Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen
Rededrang
Impulsivität:
Ungeduld
Unterbrechen anderer
Schnelles, unüberlegtes Handeln
Emotionale Impulsdurchbrüche
Im Erwachsenenalter steht häufig die innere Unruhe und Problematik der Selbstorganisation im Vordergrund.
Formen
ADHS wird in drei Erscheinungsformen unterteilt:
Vorwiegend unaufmerksamer Typ
Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ
Kombinierter Typ (Mischform)
Die Symptomprägung kann sich im Laufe der Entwicklung verändern.
Ursachen
Die Entstehung von ADHS beruht auf einem multifaktoriellen Zusammenspiel:
Genetische Faktoren (hohe Erblichkeit)
Neurobiologische Besonderheiten (Dopamin- und Noradrenalin-Regulation)
Frühkindliche Einflüsse
Psychosoziale Belastungsfaktoren
Erziehungsstil allein verursacht keine ADHS, kann jedoch den Verlauf beeinflussen.