Somatoforme Störungen
Diagnostik & Behandlung
in Hannover & Deutschlandweit
und deren Ursachen
Somatoforme Störungen beeinträchtigen weit mehr als nur den Alltag. Anhaltende körperliche Beschwerden ohne hinreichenden medizinischen Befund, der ständige Leidensdruck sowie das Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber dem eigenen Körper können langfristig zu starker psychischer Belastung, sozialem Rückzug und einer deutlich verminderten Lebensqualität führen. In unserer Facharztpraxis bieten wir Ihnen eine fundierte Diagnostik und individuell abgestimmte Behandlungskonzepte, um die Ursachen Ihrer somatoformen Störung gezielt zu erkennen und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Was sind somatoforme Störungen?
Somatoforme Störungen sind psychisch bedingte Erkrankungen, bei denen körperliche Beschwerden bestehen, für die sich trotz umfassender medizinischer Untersuchungen keine ausreichende organische Ursache finden lässt. Die Symptome sind real und belastend, stehen jedoch häufig im Zusammenhang mit psychischen Faktoren wie Stress oder emotionalen Konflikten.
Somatoforme Störungen gehören zu den häufigeren psychischen Erkrankungen. Schätzungen zufolge sind in der Allgemeinbevölkerung etwa 10 % der Menschen von anhaltenden körperlichen Beschwerden betroffen, die nicht vollständig organisch erklärbar sind. Damit zählen sie zu den am weitesten verbreiteten psychischen Belastungen überhaupt. Viele Fälle bleiben jedoch unerkannt oder werden erst spät psychotherapeutisch behandelt – ein Versorgungsproblem, das in der S3-Leitlinie zu funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden der AWMF ausführlich beschrieben wird.
Unterschied zwischen körperlicher und psychosomatischer Erkrankung
Bei körperlichen Erkrankungen liegt eine eindeutig nachweisbare organische Ursache vor, wie z. B. eine Entzündung, ein Gewebeschaden oder eine Stoffwechselstörung.
Psychosomatische bzw. somatoforme Störungen hingegen äußern sich durch reale körperliche Beschwerden, ohne dass sich eine ausreichende organische Erklärung finden lässt. Hier spielen psychische Faktoren wie Stress, Belastung oder emotionale Konflikte eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome.
Leben mit somatoformen Störungen
Das Leben mit somatoformen Störungen ist für Betroffene häufig durch wiederkehrende, körperlich belastende Beschwerden geprägt, die den Alltag deutlich einschränken können. Viele Patientinnen und Patienten erleben dadurch eine starke Verunsicherung, häufige Arztbesuche und eine Beeinträchtigung der Lebensqualität.
Wichtig ist ein verständnisvoller Umgang mit den Symptomen sowie eine frühzeitige psychotherapeutische Unterstützung. Durch gezielte Behandlung, Stressreduktion und das Erlernen von Bewältigungsstrategien können sich die Beschwerden langfristig deutlich verbessern und die Alltagsfähigkeit wieder stabilisiert werden.
Formen somatoformer Störungen
1. Somatisierungsstörung
Bei der Somatisierungsstörung treten über längere Zeit vielfältige körperliche Beschwerden auf, für die keine ausreichende organische Ursache gefunden wird.
2. Hypochondrische Störung
Bei der hypochondrischen Störung besteht eine ausgeprägte Angst, ernsthaft körperlich krank zu sein, obwohl medizinisch keine entsprechende Erkrankung nachweisbar ist.
3. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
Diese Form ist durch chronische Schmerzen gekennzeichnet, die nicht vollständig durch körperliche Befunde erklärt werden können.
4. Funktionelle Körperbeschwerden
Funktionelle Körperbeschwerden äußern sich durch körperliche Symptome ohne klare organische Ursache, die jedoch den Alltag deutlich beeinträchtigen.
5. Konversionsstörung
Bei der Konversionsstörung kommt es zu neurologisch anmutenden Symptomen wie Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen ohne nachweisbare körperliche Ursache.
Ursachen somatoformer Störungen
Biologische Faktoren
- Erhöhte Schmerzsensibilität
- Fehlregulation des Nervensystems
- Genetische Veranlagung
Psychologische Ursachen
- Anhaltender Stress
- Frühere traumatische Erlebnisse
- Unverarbeitete emotionale Konflikte
Soziale Einflüsse
- Anhaltender Druck am Arbeitsplatz
- Soziale Isolation
- familiäre Konflikte
Welche Symptome treten bei somatoformen Störungen auf?
1. Körperliche Beschwerden ohne eindeutigen organischen Befund
- Chronische Schmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Herzrasen und Brustschmerzen
- Schwindel und Erschöpfung
- Atembeschwerden
2. Psychische Begleiterscheinungen
- Angst und innere Unruhe
- Depressive Symptome
- Schlafstörungen
Wann sollte man professionelle Hilfe suchen?
Sollten die Symptome länger als vier Wochen anhalten oder sich sogar verschlimmern, ist dies ein klares Signal, dass das Erlebte nicht eigenständig verarbeitet werden kann und eine professionelle Unterstützung notwendig ist.
Warten Sie nicht, bis die Symptome Ihre Lebensqualität massiv einschränken oder gar zu Gedanken an Selbstverletzung/Fremdverletzung führen.
Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung können Rückfälle reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig steigern.
Gedanken an Selbstverletzung/Fremdverletzung, tiefe Hoffnungslosigkeit oder den Tod sind akute Warnsignale und erfordern sofortige professionelle Hilfe(Notfall).
Diagnostik & Behandlung
von somatoformen Störungen in unserer Praxis
📋 Diagnostik
Ausführliches psychiatrisches Erstgespräch
Diagnostische Kriterien nach ICD-11
Ausschluss anderer psychischer und körperlicher Erkrankungen
- Differenzialdiagnose
- Psychiatrische und psychotherapeutische Diagnostik
🩺 Behandlung
individuelle Therapieplanung
Evidenzbasierte Behandlung nach aktuellen Leitlinien
Tiefenpsychologisch fundierte psychotherapie
Medikamentöse Behandlung bei Bedarf
Behandlung zugrunde liegender psychischer Erkrankungen
Kombinationstherapien
Stressbewältigung und Entspannungsverfahren
- Psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung
💻 Telemedizinische Praxis
Behandlung von zu Hause aus
Lange Wege zur Praxis, volle Wartezimmer und enge Termintaktung sind für Menschen mit somatoformen Störungen oft eine zusätzliche Hürde.
Unsere telemedizinische Praxis ermöglicht Diagnostik und Behandlung durch Videosprechstunden – flexibel, ortsunabhängig und ohne Wartelisten
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Selbsthilfe bei somatoformen Störungen
- Körperwahrnehmung stärken
- Gezielte Entspannungsverfahren
- Achtsamkeitsübungen
- Stressmanagement im Alltag
- Bewegung und Sport
- Gesunder Schlafrhythmus
- Katastrophisierende Gedanken stoppen
- Regelmäßige Pausen und Grenzen setzen
- Gedanken und Gefühle reflektieren
- Soziale Unterstützung nutzen
Diese Selbsthilfestrategien ersetzen keine fachärztliche oder therapeutische Behandlung, sondern verstehen sich als ergänzende Unterstützung im Alltag. In Kombination mit einer professionellen Behandlung können sie dazu beitragen, den Alltag zu erleichtern und das persönliche Wohlbefinden langfristig zu unterstützen.
Professionelle Hilfe suchen
Der erste Schritt ist der mutigste. Wir begleiten Sie auf Ihrem individuellen Weg zu mehr Klarheit, Struktur und Lebensqualität — vertraulich, kompetent und einfühlsam.
FAQ: Häufige Fragen zu somatoformen Störungen
Antworten auf die häufigsten Fragen rund um somatoforme Störungen
Sind somatoforme Störungen eine Einbildung?
Nein, somatoforme Störungen sind keinesfalls „eingebildet“, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der körperliche Schmerzen oder Symptome als sehr real und belastend empfunden werden. Der Unterschied zu anderen Erkrankungen liegt lediglich darin, dass bei medizinischen Untersuchungen keine eindeutige körperliche Ursache für die Beschwerden gefunden werden kann, was jedoch nicht bedeutet, dass der Schmerz nicht existiert. Die Symptome sind das Resultat einer komplexen Wechselwirkung zwischen psychischem Stress und der körperlichen Wahrnehmung, die eine professionelle psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung erfordert.
Wie äußert sich eine somatoforme Störung im Alltag?
Eine somatoforme Störung kann sich durch eine Vielzahl körperlicher Signale äußern, wobei Schmerzen (etwa im Rücken, Kopf oder Bauch), Magen-Darm-Probleme, Schwindel, Herzrasen oder chronische Müdigkeit zu den häufigsten Symptomen zählen. Im Alltag führen diese Beschwerden oft zu einem Teufelskreis aus Sorge um die eigene Gesundheit, der Vermeidung von Aktivitäten und einer massiven Einschränkung der Lebensqualität. Da die Symptome unvorhersehbar auftreten können, entsteht häufig eine große psychische Anspannung, die die körperlichen Beschwerden wiederum verstärken kann, was den Leidensdruck für Betroffene massiv erhöht.
Können somatoforme Störungen von alleine wieder verschwinden?
In einigen Fällen können sich die Beschwerden somatoformer Störungen mit der Zeit von selbst zurückbilden, insbesondere wenn belastende Stressfaktoren abnehmen oder sich die psychische Belastung verbessert. Häufig bleiben die Symptome jedoch bestehen oder kehren wieder, wenn keine gezielte Behandlung erfolgt. Eine psychotherapeutische Unterstützung, vor allem kognitive Verhaltenstherapie, kann den Verlauf deutlich verbessern und das Risiko einer Chronifizierung reduzieren.
Welche Rolle spielt Stress bei somatoformen Störungen?
Stress spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung somatoformer Störungen und kann körperliche Symptome deutlich verstärken. Anhaltender psychischer Stress führt dazu, dass der Körper sensibler auf normale körperliche Signale reagiert, die dann als belastend oder bedrohlich wahrgenommen werden.