Burnout (Erschöpfungssyndrom)
Diagnostik & Behandlung
in Hannover & Deutschlandweit
Spezialisierte Hilfe bei Burnout und dessen Ursachen
Burnout beeinträchtigt weit mehr als nur den beruflichen Alltag. Anhaltende emotionale und körperliche Erschöpfung, innere Leere, reduzierte Belastbarkeit sowie das Gefühl des völligen Ausgebranntseins können langfristig zu Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen und einer deutlich verminderten Lebensqualität führen. In unserer Facharztpraxis bieten wir Ihnen eine fundierte Diagnostik und individuell abgestimmte Behandlungskonzepte, um die Ursachen Ihres Burnouts gezielt zu erkennen und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Was sind Burnout?
Ein Burnout beschreibt einen Zustand tiefer emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfung durch massive, chronische Überlastung. Es ist keine Krankheit, die über Nacht kommt, sondern ein schleichender Prozess, der die mentale Gesundheit massiv beeinträchtigt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert Burnout als berufsbezogenes Syndrom — in der Praxis sehen wir jedoch auch zunehmend Betroffene aus dem privaten Bereich: pflegende Angehörige, überlastete Eltern, Selbstständige mit hoher Verantwortung.
Der Unterschied zwischen Burnout und Depression
Dies ist eine der wichtigsten Fragen: Während ein Burnout oft kontextbezogen (meist beruflich) beginnt, umfasst eine Depression alle Lebensbereiche. Ein Burnout kann jedoch unbehandelt fließend in eine klinische Depression übergehen.
💡 Lese-Tipp: Erfahren Sie mehr über die feinen Unterschiede: Burnout oder Depression – Wo liegt der Unterschied?
Leben mit Burnout
Burnout sollte ernst genommen werden, da es mit folgenden Folgen verbunden sein kann:
- Schlafstörungen
- Sozialer Rückzug und Isolation
- Erhöhtes Risiko für Angststörungen
- Einschränkung der Lebensqualität
- Gedächtnisprobleme
- Körperliche Beschwerden
- emotionale Instabilität
Die Burnout-Phasen und ihre kennzeichnenden Merkmale
Der Weg in den Burnout verläuft laut dem Modell von Herbert Freudenberger in zwölf charakteristischen Stufen. Dieser Prozess untergräbt schrittweise die mentale Gesundheit. Das 12-Stadien-Modell von Freudenberger und Gail North (1992) hilft, den eigenen Zustand besser einordnen zu können.
1. Phase: Der Zwang, sich zu beweisen (Übersteigerter Ehrgeiz)
Am Anfang steht ein besonders hohes berufliches Engagement, verbunden mit dem Wunsch, die eigenen Ansprüche an Perfektion und Leistung zu übertreffen — selbst wenn dabei persönliche Grenzen überschritten werden.
- Die Arbeit wird konstant mit hoher innerer Anspannung ausgeführt
- Das Bedürfnis, Aufgaben überdurchschnittlich gut zu erledigen, dominiert
- Früher Feierabend zu machen löst ein ungutes Gefühl aus
2. Phase: Verstärkter Einsatz (Unfähigkeit zu delegieren)
Der eigene Perfektionsanspruch lässt keine Abgabe von Aufgaben mehr zu. Die Überzeugung, unersetzbar zu sein, blockiert jede Entlastung durch andere.
- Aufgaben werden in immer höherem Tempo abgearbeitet
- Unerledigtes erzeugt sofort ein schlechtes Gewissen
- Überstunden und lange Arbeitstage werden zur Regel
3. Phase: Vernachlässigung eigener Bedürfnisse (Schlafmangel, Isolation)
Die Arbeit bekommt absoluten Vorrang — Familie, Freunde und sogar elementare Bedürfnisse wie Schlaf und Erholung rücken in den Hintergrund. Häufig werden diese durch Kaffee, Nikotin oder Alkohol kompensiert.
- Das Gefühl, das eigene Leben komme zu kurz, wird alltäglich
- Nach Feierabend oder am Wochenende fehlt jegliche Energie für Aktivitäten
- Immer mehr Konzentration ist nötig, damit nichts übersehen wird
4. Phase: Verdrängung von Konflikten (Warnsignale werden ignoriert)
Erste Fehler schleichen sich ein, Dinge werden vergessen — doch solche Schwächen werden konsequent geleugnet. Auch körperliche Warnsignale werden weggeschoben.
- Die Infektanfälligkeit nimmt spürbar zu
- Einschlafprobleme oder nächtliches Wachliegen werden zum Normalfall
- Der Beruf dominiert selbst private Gespräche
5. Phase: Umdeutung von Werten (Familie und Hobbys werden zur Belastung)
Soziale Beziehungen — selbst zu engen Bezugspersonen — werden zunehmend als störend erlebt. Was früher wichtig war, wird nun als unwichtig abgetan.
- Die berufliche Situation belastet in neuem Ausmaß
- Reibereien mit Kolleginnen und Kollegen treten häufiger auf
- Im familiären Umfeld wachsen die Spannungen
6. Phase: Verstärkte Verleugnung der Probleme (Zynismus und Gereiztheit)
Gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden wird zur Seltenheit. Auf alltägliche Anforderungen wird mit Zynismus oder Aggression reagiert. Ab hier kippt die vorübergehende Erschöpfung in einen ausgeprägten Burnout.
- Die Überzeugung entsteht, mehr aushalten zu müssen als andere
- Das Gefühl, unverstanden zu sein, verstärkt sich
- Für Sport oder Hobbys bleibt praktisch keine Zeit mehr
7. Phase: Rückzug (Soziale Isolation)
Der soziale Rückzug wird vollständig. Hoffnungslosigkeit und das Gefühl der Entfremdung breiten sich aus. Die nachlassende Leistungsfähigkeit wird nun auch selbst bemerkt — häufig greifen Betroffene zu Ersatzbefriedigungen.
- Begegnungen mit Freundinnen, Freunden und Bekannten werden immer seltener
- Die Fähigkeit, Freude zu empfinden, geht verloren
- Alkohol oder Medikamente werden zum Stressventil
8. Phase: Beobachtbare Verhaltensänderungen (Apathie oder Aggression)
Für das Umfeld sichtbare Veränderungen im Verhalten treten auf. Besorgte Nachfragen werden zurückgewiesen, Kritik wird nicht mehr angenommen — der Rückzug verstärkt sich weiter.
- Interesse an Freundschaften verblasst nahezu vollständig
- Der Wunsch, einfach in Ruhe gelassen zu werden, dominiert
- Abschalten funktioniert nur noch vor Fernseher oder Bildschirm
9. Phase: Depersonalisierung (Funktionieren wie ein „Roboter")
Die eigene Persönlichkeit wird nicht mehr gespürt. Wertschätzung — sich selbst und anderen gegenüber — verschwindet nahezu vollständig.
- Der Betroffene wirkt innerlich verloren und leer
- Angehörige äußern offen ihre Sorge
- Gesundheitliche Grenzen werden regelmäßig überschritten
10. Phase: Innere Leere (Gefühl der Sinnlosigkeit)
Mutlosigkeit, Erschöpfung und eine bleischwere Müdigkeit prägen den Alltag. Angstzustände und Panikattacken nehmen deutlich zu.
- Neue berufliche Herausforderungen werden als unerträgliche Last erlebt
- Am Wochenende entsteht ein mulmiges Gefühl beim Gedanken an Montag
- Einfachste Alltagsaufgaben kosten enorme Überwindung
11. Phase: Depression (Tiefe Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit)
Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit werden zur Grundstimmung. Betroffene sind niedergeschlagen und von existenziellen Zweifeln überwältigt — das Burnout kippt in eine klinische Depression.
- Die innere Leere kehrt in Wellen immer wieder zurück
- Ganze Tage werden von Verzweiflung beherrscht
- Der Wunsch, einfach nur im Bett zu bleiben, wird übermächtig
12. Phase: Völlige Burnout-Erschöpfung (Totaler Zusammenbruch)
Die seelische Erschöpfung schlägt jetzt auch körperlich voll durch. Betroffene können faktisch nichts mehr leisten — vor allem nicht arbeiten. In dieser Phase besteht akute Suizidgefahr — fachärztliche Hilfe ist unerlässlich.
- Morgens aufzustehen wird zur unüberwindbaren Hürde
- Der innere Monolog lautet: „Ich kann nicht mehr. Ich will so nicht weitermachen.”
- Professionelle Behandlung ist jetzt dringend und lebenswichtig
Häufige Ursachen von Burnout
Arbeitsbezogene Faktoren
- Überlastung
- hoher Leistungsdruck
- fehlende Anerkennung
Persönliche Faktoren
- Perfektionismus
- hohe Selbstansprüche
Soziale
Faktoren
- mangelnde Unterstützung
- Konflikte im Umfeld
Symptome von Burnout
1. Emotionale Symptome
- innere Leere und emotionale Erschöpfung
- Reizbarkeit und reduzierte Belastbarkeit
2. Kognitive Symptome
- Konzentrationsstörungen
- Entscheidungsprobleme
3. Körperliche Symptome
- chronische Müdigkeit
- Schlafstörungen
- psychosomatische Beschwerden
Wann sollte man professionelle Hilfe suchen?
Sollten die Symptome länger als vier Wochen anhalten oder sich sogar verschlimmern, ist dies ein klares Signal, dass das Erlebte nicht eigenständig verarbeitet werden kann und eine professionelle Unterstützung notwendig ist.
Warten Sie nicht, bis die Symptome Ihre Lebensqualität massiv einschränken oder gar zu Gedanken an Selbstverletzung/Fremdverletzung führen.
Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung können Rückfälle reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig steigern.
Gedanken an Selbstverletzung/Fremdverletzung, tiefe Hoffnungslosigkeit oder den Tod sind akute Warnsignale und erfordern sofortige professionelle Hilfe(Notfall).
Diagnostik & Behandlung
von Burnout in unserer Praxis
📋 Diagnostik
Ausführliches psychiatrisches Erstgespräch
Diagnostische Kriterien nach ICD-11
Ausschluss anderer psychischer und körperlicher Erkrankungen
- Differenzialdiagnose zu Depression und Angststörung
- Psychiatrische und psychotherapeutische Diagnostik
🩺 Behandlung
individuelle Therapieplanung
Evidenzbasierte Behandlung nach aktuellen Leitlinien
Tiefenpsychologisch fundierte psychotherapie
Medikamentöse Behandlung bei Bedarf
Behandlung zugrunde liegender psychischer Erkrankungen
Kombinationstherapien
- Psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung
💻 Telemedizinische Praxis
Behandlung von zu Hause aus
Lange Wege zur Praxis, volle Wartezimmer und enge Termintaktung sind für Menschen mit Burnout oft eine zusätzliche Hürde.
Unsere telemedizinische Praxis ermöglicht Diagnostik und Behandlung durch Videosprechstunden – flexibel, ortsunabhängig und ohne Wartelisten
🎥 Mehr über die Videosprechstunde erfahren
Sicher · Diskret · Von überall erreichbar
Selbsthilfe bei Burnout
- Überlastung frühzeitig erkennen und reduzieren
- Realistische Ziele und Erwartungen setzen
- Entspannungstechniken
- Isolation vermeiden
- Stressbewältigung
- Klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben setzen
- feste Schlafzeiten einhalten
- Reduktion von Handy/Arbeitsstress
Diese Selbsthilfestrategien ersetzen keine fachärztliche oder therapeutische Behandlung, sondern verstehen sich als ergänzende Unterstützung im Alltag. In Kombination mit einer professionellen Behandlung können sie dazu beitragen, den Alltag zu erleichtern und das persönliche Wohlbefinden langfristig zu unterstützen.
Professionelle Hilfe suchen
Der erste Schritt ist der mutigste. Wir begleiten Sie auf Ihrem individuellen Weg zu mehr Klarheit, Struktur und Lebensqualität — vertraulich, kompetent und einfühlsam.
FAQ: Häufige Fragen zu Burnout
Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Burnout
Ist Burnout eine anerkannte Krankheit?
Burnout ist in der medizinischen Klassifikation (ICD-11) nicht als eigenständige Krankheit, sondern als arbeitsbezogenes Syndrom beschrieben. In der klinischen Praxis wird Burnout jedoch ernst genommen und häufig im Zusammenhang mit Depressionen oder anderen stressbedingten Störungen diagnostiziert und behandelt.
Wie lange dauert eine Burnout Behandlung?
Die Dauer einer Burnout-Behandlung ist individuell sehr unterschiedlich und hängt vom Schweregrad sowie den persönlichen Lebensumständen ab. In der Regel kann die Therapie mehrere Wochen bis Monate dauern, in schweren Fällen auch länger.
Kann man Burnout vollständig heilen?
Ja, Burnout ist grundsätzlich gut behandelbar. Mit einer passenden psychotherapeutischen Behandlung, Stressreduktion und Lebensstilveränderungen können Betroffene ihre Belastbarkeit wieder vollständig zurückgewinnen und langfristig stabil bleiben.
Warum ist Stressbewältigung so wichtig für die mentale Gesundheit?
Ohne effektive Stressbewältigung bleibt der Stresspegel dauerhaft erhöht. Dies führt zu chronischer Überlastung, die das Nervensystem schädigt und das Risiko für schwere psychische Erkrankungen massiv steigert.